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Blasenschwäche

Etwa acht Millionen Menschen in Deutschland leiden unter Blasenschwäche bzw. Harninkontinenz. Alter, Schwangerschaften, Geburten, Übergewicht und Wechseljahre sind Risikofaktoren bei Frauen. Auch Männer sind mit zunehmendem Alter und bedingt durch zunehmende Prostatavergrößerung oder durch Operationen an der Prostata betroffen. Weitere begünstigende Risikofaktoren für Frauen und Männer sind neurologische Erkrankungen wie z.B. Morbus Parkinson, Schlaganfall oder Diabetes mellitus. Auch Kinder sind betroffen: im Alter von 7-10 Jahren nässen 7-13% in der Nacht und 2-9% tagsüber ein.

Jede dritte Frau zwischen 40 und 60 leidet an Blasenschwäche. Die häufigste Form bei Frauen ist eine sogenannte Belastungsinkontinenz (auch Stressinkontinenz genannt), d. h. Urinverlust bei körperlicher Belastung wie Husten, Lachen, Sport. Nur jede zweite inkontinente Frau geht zum Arzt! Im Alter nehmen Drangsymptome mit oder ohne Inkontinenz zu; die Blase ist dann schneller als Sie; man spricht von einer überaktiven Blase. Auch eine Kombination aus Drang und Belastungsinkontinenz (Mischinkontinenz) ist möglich.

Was können Sie dagegen tun?

Vor jeder Therapie steht zunächst eine Diagnostik. Ein Miktionstagebuch, in dem Sie notieren, wann und wie viel Sie trinken und wie viel Sie wasserlassen und wann Sie Urin verlieren, gibt dabei hilfreiche Informationen.

1. Konservative Therapie

Eine konservative Therapie steht immer an erster Stelle der Therapiemaßnahmen. Der Beckenboden spielt dabei eine große Rolle. Sowohl die Belastungsinkontinenz als auch die überaktive Blase können mit einem richtig durchgeführten Beckenbodentraining erfolgreich therapiert werden. Allerdings spannen viele Frauen (und auch Männer) die "falschen" Muskeln an - nicht verwunderlich, dass herkömmliche Beckenbodengymnastik in diesem Fall gar nicht helfen kann. Vor einer erfolgreichen Therapie muss daher immer ein Beckenbodentastbefund mit dem Finger, mit Ultraschall oder sonstigen Biofeedbackmethoden stehen. Blasenprobleme können auch durch falsche Trinkgewohnheiten oder Übergewicht entstehen; entsprechende Verhaltensmaßnahmen wie Entleeren der Blase nach der Uhr, Ablenkungsmanöver bei Harndrang oder Gewichtsabnahme können die Blasenschwäche verbessern helfen.

2. Medikamente

Bei überaktiver Blase werden neben der konservativen Therapie sogenannte Anticholinergika eingesetzt um die Blasenkapazität zu vergrößern. Die mittelschwere und schwere weibliche Belastungsinkontinenz kann mit einem Serotonin- und Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer behandelt werden, bei Männern kommen gerne auch Alphablocker zum Einsatz. Für Kinder, die einnässen, gibt es je nach Befund Medikamente zur Reduktion der nächtlichen Urinproduktion oder Anticholinergika.

3. Operationen

Bei erfolgloser Therapie der Belastungs- bzw. Mischinkontinenz steht an letzter Stelle der Therapie eine Operation. Bei erfolgloser Therapie der überaktiven Blase bleibt nur eine Botox®-Injektion (derzeit nur bei neurologischer Grunderkrankung zugelassen) oder eine Schrittmacherimplantation im Sakralbereich.

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