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Scheidentrockenheit: Behandlung mit dem Laser

Brennen, Jucken, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr: Scheidentrockenheit betrifft viele Frauen nach den Wechseljahren, wird aber selten offen angesprochen. Es gibt verschiedene Wege, sie zu behandeln – auch ohne Hormone.

Medizinisch geprüft von Dr. med. Elke Heßdörfer, Fachärztin für Urologie · Stand: September 2026

Was ist Scheidentrockenheit?

Nach den Wechseljahren bildet der Körper deutlich weniger Östrogen. Die Schleimhaut der Scheide wird dadurch dünner, trockener und weniger elastisch. Fachleute sprechen von einer vulvovaginalen Atrophie. Weil auch Harnröhre und Blase betroffen sein können, fasst man die Beschwerden heute als urogenitales Menopausensyndrom zusammen.

Die Hälfte bis zwei Drittel aller Frauen nach den Wechseljahren sind zumindest teilweise betroffen. Auch jüngere Frauen können Scheidentrockenheit haben – zum Beispiel, wenn sie nach Brustkrebs eine antihormonelle Therapie bekommen, die die Wechseljahre vorzieht.

Beschwerden

An Scheide und Scheideneingang:

  • Trockenheit, Jucken und Brennen
  • Schmerzen oder Druckgefühl
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, weniger Feuchtigkeit bei Erregung
  • leichte Blutungen nach dem Geschlechtsverkehr

An Blase und Harnröhre:

  • Brennen beim Wasserlassen
  • Harndrang, häufiges Wasserlassen, auch nachts

Behandlung nach der Leitlinie

Die deutsche Leitlinie zu den Wechseljahren nennt:

  • Feuchtigkeitscremes und Zäpfchen mit Hyaluronsäure – ohne Hormone
  • Östrogen zur lokalen Anwendung in der Scheide: Estriol als Creme oder Zäpfchen

Wenn Östrogen nicht infrage kommt

Viele Frauen möchten keine Hormone anwenden. Andere dürfen es nicht, etwa nach Brustkrebs. Und manche vertragen Östrogen-Creme oder -Zäpfchen nicht, weil sie zum Beispiel brennen. Für diese Frauen biete ich die vaginale Lasertherapie an – eine Behandlung ganz ohne Hormone.

Die vaginale Lasertherapie

Ich arbeite mit einem fraktionierten CO2-Laser (FemiLift). „Fraktioniert“ heißt: Er gibt sein Licht in einem Raster aus winzigen Punkten ab und setzt so gezielte Wärmereize in der Scheidenschleimhaut; das Gewebe dazwischen bleibt unbehandelt. Das soll die Neubildung von Kollagen und die Durchblutung anregen, sodass die Schleimhaut wieder dicker und feuchter wird.

Ablauf

  • Zuerst ein Beratungstermin: Wir besprechen, ob der Laser für Sie infrage kommt. Auf Wunsch ist die erste Behandlung gleich im Anschluss möglich.
  • Wenn Sie häufig Herpes im Genitalbereich haben, sagen Sie es mir bitte vorher.
  • Die Behandlung selbst dauert wenige Minuten, findet in der Praxis statt und braucht keine Narkose. Sie kann etwas unangenehm oder schmerzhaft sein – bei Bedarf gebe ich vorher eine Schmerzspritze. Sie kann die Fahrtüchtigkeit einschränken – kommen Sie deshalb am besten nicht selbst mit dem Auto.
  • Nach der Behandlung können Sie Ihrem Alltag gleich wieder nachgehen. Auf Vollbäder und Geschlechtsverkehr verzichten Sie drei Tage lang.
  • Üblich sind drei Sitzungen im Abstand von etwa vier Wochen.
  • Weil der Hormonmangel bestehen bleibt, lässt die Wirkung bei vielen Frauen nach ein bis zwei Jahren nach. Dann ist eine einzelne Auffrischungsbehandlung möglich, etwa einmal im Jahr.

Was sagen die Studien?

Die Studienlage ist nicht einheitlich, und das möchte ich offen sagen. Eine Arbeitsgruppe aus Mailand hat den Laser bei Frauen nach den Wechseljahren in einer doppelt verblindeten Studie mit einer Scheinbehandlung verglichen: Trockenheit und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr besserten sich mit dem echten Laser deutlich stärker (Salvatore und Kollegen, 2021). In einer früheren Studie derselben Gruppe hatten 17 von 20 Frauen, die wegen der Beschwerden keinen Geschlechtsverkehr mehr hatten, danach wieder ein normales Sexualleben (Salvatore und Kollegen, 2015).

Nach Brustkrebs: Die Mailänder Gruppe hat den Laser auch bei 40 Frauen nach Brustkrebs untersucht, die eine antihormonelle Therapie bekamen oder bekommen hatten. Die Beschwerden besserten sich deutlich, und gut drei Viertel der Frauen waren mit der Behandlung zufrieden (Salvatore und Kollegen, 2021). Eine Studie aus Israel mit Scheinbehandlung fand bei Frauen nach Brustkrebs dagegen nur bei der Trockenheit im Alltag einen Vorteil, nicht bei den Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (2025).

Andere Studien fanden keinen Unterschied. Die neue deutsche Leitlinie empfiehlt den Laser deshalb nicht als Routine-Behandlung für alle Frauen. Ob er für Sie sinnvoll ist, besprechen wir gemeinsam.

Kosten

Eine Sitzung kostet ca. 350 €.

Häufige Fragen

Was hilft gegen Scheidentrockenheit in den Wechseljahren?

Nach der Leitlinie können Feuchtigkeitscremes oder Zäpfchen mit Hyaluronsäure helfen, ebenso eine lokale Anwendung des Östrogens Estriol in der Scheide. Wer kein Östrogen anwenden kann oder möchte, kann eine Lasertherapie erwägen.

Scheidentrockenheit ohne Hormone behandeln – geht das?

Ja. Infrage kommen Feuchtigkeitscremes und Gleitmittel sowie die vaginale Lasertherapie, die ganz ohne Hormone auskommt. Welcher Weg passt, besprechen wir im Beratungstermin.

Wie läuft eine vaginale Laserbehandlung ab? Tut das weh?

Die Behandlung dauert nur wenige Minuten und braucht keine Narkose. Sie kann etwas unangenehm oder schmerzhaft sein; bei Bedarf gebe ich vorher eine Schmerzspritze.

Wie viele Laser-Sitzungen sind nötig?

Üblich sind drei Sitzungen im Abstand von etwa vier Wochen.

Hilft der Laser auch bei Inkontinenz?

Die Leitlinie zur Harninkontinenz von 2022 nennt ihn als Möglichkeit bei leichter Belastungsinkontinenz. Nach meiner Erfahrung hilft er dabei aber wenig – deshalb biete ich ihn dafür nicht an.