Was ist LUTS?
Seit 2002 gibt es für Beschwerden beim Wasserlassen einen gemeinsamen Begriff: LUTS, kurz für „Lower Urinary Tract Symptoms“, also Symptome des unteren Harntrakts. Die Blase hat zwei Aufgaben: Urin zu speichern, was sie fast rund um die Uhr tut, und ihn zu entleeren. Entsprechend unterscheidet man drei Gruppen von Beschwerden:
- Beim Speichern: häufiges Wasserlassen, plötzlicher starker Harndrang, nachts raus müssen, selten auch Urinverlust bei Harndrang
- Beim Entleeren: schwacher oder unterbrochener Strahl, verzögerter Beginn, Pressen
- Nach dem Entleeren: Nachträufeln, das Gefühl, die Blase sei nicht leer
Blase oder Prostata?
Eine vergrößerte Prostata kann den Blasenausgang einengen und so vor allem Entleerungsbeschwerden verursachen. Mit der Zeit kann das auch zu Speicherproblemen der Blase führen. Männer können aber, genau wie Frauen, auch eine Blase haben, die von sich aus zu oft und zu früh Harndrang meldet.
Die Schwierigkeit ist, herauszufinden, welches Problem wirklich vorliegt. Davon hängt ab, ob man die Prostata, die Blase oder beides behandelt. Selbst eine Operation zur Verkleinerung der Prostata schützt nicht immer vor zu viel Harndrang.
Untersuchung
- ein Gespräch über die Beschwerden
- ein Blasentagebuch über zwei volle Tage und Nächte, bis einschließlich des ersten Morgenurins am dritten Tag: wann und wie viel Sie trinken und Wasser lassen (Vorlage zum Ausdrucken)
- Urinuntersuchung
- Ultraschall von Blase, Prostata und Nieren mit Messung des Restharns
- Messung des Harnstrahls, bei Bedarf der PSA-Wert
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Oft helfen schon einfache Maßnahmen: die Trinkmenge über den Tag verteilen, abends weniger trinken, Kaffee und Tee reduzieren, die Blase trainieren. Reicht das nicht, gibt es Medikamente für die Prostata, für die Blase oder eine Kombination aus beiden.
Wer vor allem nachts oft raus muss, findet mehr dazu unter Nächtliches Wasserlassen.
Häufige Fragen
Was bedeutet LUTS?
LUTS steht für „Lower Urinary Tract Symptoms“, auf Deutsch Symptome des unteren Harntrakts. Der Begriff fasst seit 2002 alle Beschwerden beim Speichern und Entleeren des Urins zusammen, unabhängig davon, ob Blase, Prostata oder Harnröhre die Ursache sind.
Ist bei Problemen beim Wasserlassen immer die Prostata schuld?
Nein. Männer können genauso wie Frauen eine Blase haben, die zu früh und zu oft Harndrang meldet. Häufig spielen Blase und Prostata zusammen. Welche Ursache im Vordergrund steht, entscheidet darüber, ob die Blase, die Prostata oder beide behandelt werden.
Warum muss ich nachts so oft zur Toilette?
Dafür gibt es viele Gründe: eine überaktive Blase, eine vergrößerte Prostata, aber auch viel Trinken am Abend, bestimmte Medikamente oder Wassereinlagerungen in den Beinen, die nachts ausgeschieden werden. Ein Blasentagebuch über zwei volle Tage und Nächte, bis einschließlich des ersten Morgenurins am dritten Tag, hilft, das zu unterscheiden.
Wie häufig sind Probleme beim Wasserlassen bei Männern?
Sehr häufig. In einer großen Befragung von über 14.000 Männern über 40 Jahren berichteten 71 % über solche Beschwerden (EpiLUTS-Studie, 2009).