Was ist das Benigne Prostatasyndrom?
Mit dem Alter wächst bei vielen Männern die Prostata. Diese gutartige Vergrößerung kann die Harnröhre einengen und den Abfluss aus der Blase behindern. Die Beschwerden, die dadurch entstehen, fasst man als Benignes Prostatasyndrom zusammen.
Die Stärke der Beschwerden hängt dabei nicht einfach von der Größe der Prostata ab: Eine große Prostata kann kaum stören, eine kleinere erhebliche Probleme machen.
Typische Beschwerden
- schwacher oder unterbrochener Harnstrahl
- verzögerter Beginn beim Wasserlassen, Pressen
- Nachträufeln und das Gefühl, die Blase nicht ganz leeren zu können
- häufiges Wasserlassen, auch nachts
- plötzlicher, starker Harndrang
Solche Beschwerden beim Wasserlassen können auch von der Blase selbst ausgehen. Mehr dazu unter Probleme beim Wasserlassen (LUTS). Häufiges nächtliches Wasserlassen hat oft noch ganz andere Ursachen, siehe Nächtliches Wasserlassen.
Untersuchung
Zur Untersuchung gehören bei mir:
- ein Gespräch über Beschwerden, Trinkgewohnheiten, Medikamente und Sexualität
- die körperliche Untersuchung einschließlich Tastuntersuchung der Prostata
- Urinuntersuchung und PSA-Wert
- Ultraschall von Prostata, Blase und Nieren mit Messung des Restharns
- Messung des Harnstrahls
Behandlung
Welche Behandlung passt, hängt davon ab, wie stark die Beschwerden belasten, und nach meiner Erfahrung vor allem davon, ob Restharn in der Blase zurückbleibt.
- Lebensstil: Gewicht reduzieren, Bewegung, weniger Kaffee und Tee bei häufigem Harndrang.
- Kontrolliertes Abwarten bei geringen Beschwerden, mit regelmäßigen Kontrollen.
- Pflanzliche Mittel bei leichten bis mittelschweren Beschwerden, wenn chemische Medikamente nicht gewünscht sind.
- Medikamente: Alphablocker entspannen die Muskulatur von Prostata und Blasenhals. 5-Alpha-Reduktase-Hemmer verkleinern eine deutlich vergrößerte Prostata über Monate. Tadalafil hilft besonders, wenn zugleich eine Erektionsstörung besteht. Bei starkem Harndrang kommen Medikamente für die Blase infrage, aber nur unter Restharnkontrollen. Mittel können auch kombiniert werden.
- Operation vor allem bei größeren Restharnmengen oder nach einem Harnverhalt.
Häufige Fragen
Ab wann ist eine vergrößerte Prostata behandlungsbedürftig?
Nicht die Größe entscheidet. Wichtig sind die Beschwerden und vor allem der Restharn: Bleibt nach dem Wasserlassen eine größere Menge Urin in der Blase zurück, sollte behandelt werden. Eine feste Grenze dafür gibt es allerdings nicht. Bei geringen Beschwerden ohne Restharn reicht oft ein kontrolliertes Abwarten mit regelmäßigen Kontrollen.
Helfen pflanzliche Mittel bei Prostatabeschwerden?
Die Leitlinie empfiehlt sie nicht allgemein, weil die Studien widersprüchlich sind. Bei leichten bis mittelschweren Beschwerden können sie aber erwogen werden. Sie haben weniger Nebenwirkungen. Bei einer deutlichen Abflussbehinderung reichen sie nicht aus.
Ist eine vergrößerte Prostata gefährlich?
Unbehandelt kann sie zu Restharn, Harnverhalt oder Harnwegsinfekten führen. Außerdem können eine gutartige Vergrößerung und Prostatakrebs nebeneinander bestehen. Deshalb sollte die Prostata regelmäßig kontrolliert werden, einschließlich PSA-Wert.