Prostatabeschwerden

Wenn Männer nachts auf die Toilette müssen, glauben sie, ihre Prostata sei daran schuld. Die Werbung suggeriert dies auch. Aber auch Frauen müssen genauso oft nachts zur Toilette. Seit 2002 gibt es für Beschwerden beim Wasserlassen einen neuen Begriff, lower urinary tract symptoms, also Symptome des unteren Harntrakts, kurz LUTS genannt.
LUTS umfasst Speicher- und Entleerungssymptome sowie Symptome nach der Blasenentleerung. Was heißt das im Klartext? Die Blase hat zwei Aufgaben: Urin zu speichern, was sie nahezu 24 Stunden tut, und Urin zu entleeren; d.h. Männer können genauso wie Frauen ein Speicherproblem haben mit Beschwerden wie häufiges Wasserlassen, überfallartigem Harndrang und selten auch mal einer Harninkontinenz infolge des Harndrangs.
Allerdings kann eine vergrößerte Prostata zu einer Einengung des Blasenauslasses führen, was als nächsten Schritt auch zu einem Speicherproblem der Blase führen kann. Die Schwierigkeit ist herauszufinden welches Problem nun wirklich vorliegt, um zu entscheiden, ob man die Prostata oder die Blase medikamentös behandelt oder eventuell sogar eine Kombinationstherapie braucht. Selbst eine operative Prostataverkleinerung schützt nicht immer vor zu viel Harndrang.

Wie häufig haben Männer LUTS und spielt dabei das Alter eine Rolle?

Dass LUTS nicht nur allein altersabhängig ist, verdeutlicht die EpiLUTS-Studie, eine Internetumfrage aus dem Jahr 2009: Von 14.139 Männern über 40 Jahren berichten 71% über LUTS. 12,1 % hatten nur Entleerungsprobleme mit schwachem unterbrochenen Harnstrahl, 10,3% hatten Speicher- und Entleerungsprobleme, 9,1 % nur Speicherprobleme. 10,4% berichteten über Entleerungsprobleme und Restharngefühl oder Harnnachträufeln, 3% hatten ausschließlich Probleme nach dem Wasserlassen, 2 % Speicherprobleme und Probleme nach dem Wasserlassen. Die mit 24,3 % größte Gruppe hatte allerdings alle 3 LUTS-Symptome. Es gibt keine Korrelation zwischen der Stärke der Symptomatik und der Prostatagröße.

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